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Kinder und Jugendliche, die einen IQ-Wert von mindestens 130 haben, gelten als hochbegabt. Sie sind – in den verschiedensten Bereichen – zu außergewöhnlichen Leistungen fähig. Allerdings wird nicht in allen Fällen die Hochbegabung früh erkannt, was häufig dazu führt, dass diese Kinder und Jugendlichen ihr Potential nicht ausschöpfen können. Sie sind auf entsprechende Anregung und Förderung angewiesen. Ein Hochbegabtenzug und der damit verbundene gemeinsame Unterricht mit anderen hochbegabten Kindern kann vor diesem Hintergrund
sowohl für die persönliche als auch die soziale Entwicklung sehr hilfreich sein.

Zu diesem Thema wurde am 15.02.2012 ein informatives Radiointerview mit Frau Dr. Stapf von der Universität Tübingen vom SWR4 geführt. Dieses können Sie hier hören.

Auch in der Presse erschienen verschiedene Artikel, die unsere hochbegabten Schüler betreffen.

Hier finden Sie den Artikel Zwei ganz normale Überflieger, der im Südkurier erschienen ist.

Ein weiterer Artikel beschäftigt sich mit der Erkennung hochbegabter Kinder.

Zur aktuellen Entwicklung des Hochbegabtenzuges erschien ein Artikel der Schwäbischen Zeitung: SZ (26.11.2017): Hochbegabtenzug am Spohn hat sich etabliert.

Weitere Artikel sind im Bereich Presse abrufbar.

Jedem Kind gerecht werden, jedem Kind die Herausforderungen bieten, die es verlangt und braucht, dies ist der Grundgedanke von Differenzierung und individueller Förderung.
Seit mehr als zehn Jahren führen wir einen Hochbegabtenzug, in dem Schülerinnen und Schüler passend zu ihren Bedürfnissen gefördert werden.
Die beiden wesentlichen Grundlagen sind die durch Beschleunigung (Akzeleration) gewonnenen zwei Schulstunden pro Woche sowie das dadurch mögliche Zusatzangebot (Enrichment).

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Das Spohn - eine Schule (auch) für Hochbegabte

Das bisherige Angebot des Spohn-Gymnasiums enthält schon zahlreiche Elemente, die zur Förderung hochbegabter Kinder geeignet sind:

Zum einen stellt die Fremdsprachenkombination von Latein und Englisch ab Klasse 5 eine besondere Förderungsmöglichkeit dar. Zum anderen sind neben dem regulären Unterricht eine Reihe von Schüler aktivierenden Unterrichtsformen etabliert, wie Freiarbeit, Projektunterricht, Jahresarbeit, soziales und berufsorientierendes Praktikum oder Themenunterricht.

Die Fördermöglichkeiten

Die Schullaufbahn eines Kindes am Hochbegabtenzug sieht wie folgt aus:

  • Die hochbegabten Kinder besuchen eine eigene Klasse in den Klassenstufen 5–10.

  • Die Inhalte des Bildungsplans werden in kürzerer Zeit vermittelt (sog. Akzeleration). Durch diese Zeitersparnis ist es möglich, Zusatzangebote als Ergänzung ohne Erhöhung der Wochenstundenzahl (sog. Enrichment) anzubieten. Das Ganze mit dem Ziel der Förderung für „Kopf, Herz und Hand“. Einen Erfahrungsbericht finden Sie in einem Artikel aus unserem Schuljahrbuch 2008/2009.

  • Alle Profilfächer und Oberstufenkurse des gymnasialen Schulzentrums in Ravensburg können gewählt werden.

  • Das Konzept Entdecken und Trainieren für die Orientierungsstufe wird durch die Spohn-Werkstatt in den Klassenstufen 7-9 fortgeführt. Ursprünglich waren die Lernmodule für den Hochbegabtenzug vorgesehen, aber seit vielen Jahren stehen sie allen Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 7-9 offen und werden jedes Jahr zahlreicher besucht. Die Module werden von den Schülerinnen und Schülern nach Interessen frei gewählt und jahrgangsübergreifend angeboten. Das Angebot ist außergewöhnlich und bunt:
    • Astronomie
    • Börse
    • Programmieren
    • Gefäßskulpturen
    • Bogenschießen
    • Outdoor-Education
    • Quantenpyhsik
    • Modellbau
    • Webseiten gestalten
    • und vieles anderes mehr

Beispiel eines Programmes  der Spohnwerkstatt

  • Beispiel aus dem Jahr 2012/13: "Die grüne Stadt" für Lego Roboter aus dem Modul Programmierung II: Präsentation

Im Schuljahr 2013/14 fanden folgende Module statt:

(I)                 Astronomie

Die Suche nach Exoplaneten und die Bedeutung der Isotopenanalyse in der astronomischen Forschung waren zwei Themen, die vorwiegend theoretisch von Schülern bearbeitet wurden. Beim Thema Spektrallinien und beim Bau eines Radioteleskops ging es auch ganz praktisch zur Sache.

(II)               Programmierung

Die Schüler haben die Programmiersprache LOGO kennengelernt und Algorithmen mit verschiedenen Programmstrukturen (Wiederholungen, Entscheidungen, Rekursion) programmiert. Mit den erlernten Befehlen konnten sie dann selbst experimentieren und eigene Programme schreiben sowie Figuren zeichnen.

(III)             Gefäßskulpturen

Die Schüler haben mehrere Gefäße in verschiedener Größe und Form aus Ton in verschiedenen Aufbautechniken hergestellt. Diese wurden gebrannt und glasiert. Im zweiten Teil des Kurses stellten sie kleine vollplastische Skulpturen bzw. Plastiken her. Diese wurden ebenfalls gebrannt und bemalt.

(IV)             Website mit Content-Management-Systemen (CMS)

Die Schüler haben den grundlegenden Aufbau einer Webseite kennen gelernt und im Anschluss eine eigene Webseite mit Layout erstellt. Die Administration und Wartung des Webseitensystems Joomla wurde eingeübt.

(V)               Bildhauerei

Wir haben Reliefs und kleine Skulpturen aus verschiedenen Materialien herausgeschlagen. Jeder Schüler hat mindestens ein Werk aus Kreide, Gips, Ytong und Lindenholz hergestellt. Bevor das Material bearbeitet wurde, entstand immer erst eine Zeichnung an der sich die Bildhauerin, der Bildhauer orientierte.

(VI)             Elektronische Schaltungen

Die Schüler haben grundlegende Schaltungen und elektronische Bauteile kennengelernt und haben dann ein eigenes Projekt verwirklicht. Dabei konnten sie selbst Schaltungen entwerfen, Platinen ätzen, bestücken etc.

Am Ende jedes Halbjahres gibt es eine kurze Präsentation der Ergebnisse jedes Projektes für die Teilnehmer der jeweils anderen Module.

 

In Klasse 10 verändert die Spohnwerkstatt noch einmal ihre Organisationform.

Zwei Fachlehrer der Klasse bieten zwei verpflichtende Fach-Module von je 20 Stunden an. Die Fächer können von Jahr zu Jahr variieren. Im Schuljahr 2013/14 haben die Schüler an Projekten in Mathematik und Englisch gearbeitet.

Ergänzt werden diese Module durch ein individuelles Studienprogramm ebenfalls im Umfang von 40 Stunden, welches die Schüler selbständig organisieren.

Die Schüler der Klasse 10c haben ihr Wahlmodul, z.B.,

-        in einem kreativen Kurs an „Schule für Gestaltung“ in RV,

-        in Sprachkursen (Russisch, Japanisch, Spanisch, Französisch) an der Volkshochschule,

-        in einer Vorlesungsreihe mit Praktikum zur künstlichen Intelligenz an der HS RV-Weingarten,

-        als Mentor in einer Kunst-AG,

-        im Wettbewerb „Jugend musiziert“ und in sportlichen ausgerichteten Kursen zu Sumba und Bogenschießen absolviert.

Auch für die 10. Klassen erfolgt am Ende des Schuljahres eine Vorstellung der Ergebnisse oder Erfahrungen der individuellen Module.