TV-Spot gegen Rechts

Der Trickfilm „NICHT TANZEN, MARSCHIEREN!“ wurde im Herbst 2006 im Kunstunterricht von der Klasse 10a produziert und gewann den Sonderpreis eines Wettbewerbs, der vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg, der Elternzeitschrift „Schau hin“ und dem Softwarehersteller Magix ausgeschrieben war. Der Film sollte als TV-Werbespot von 60 Sekunden Länge konzipiert sein, als Zielgruppe Kinder und Jugendliche ansprechen und sich kritisch mit der Frage auseinandersetzen, auf welche Art und Weise rechtsextreme Gruppierungen zunehmend versuchen, Kinder und Jugendliche für ihre unheilvolle Sache zu gewinnen.

Durch das Preisgeld und eine Fahrtkostenbeteiligung des LKA war es möglich, mit der Klasse an der Preisverleihung im Bundespressezentrum in Berlin teilzunehmen und so drei Tage lang Berlin kennen zu lernen, was uns natürlich einen Riesenspaß gemacht hat. Der Spot ist inzwischen auch auf Websites der Polizei und des Kultus-Ministeriums zu sehen.

Gründe für die Teilnahme an diesem Wettbewerb gab es genug:  Es ist ein hochaktuelles Thema, das besonders an Schulen unbedingt kommuniziert werden muss. Ein Film von Schülern für Schüler in Form eines Werbespots eignet sich hierfür besonders gut und fördert darüber hinaus die Medienkompetenz der Filmproduzenten, die nicht nur das technische Handwerkszeug kennen lernen, sondern sich auch gemeinsam, kreativ und bewusst mit unseren medialen Bildwelten auseinandersetzen. Für die Umsetzung dieses Projektes wurden wir mit einem Filmschnittprogramm ausgestattet und nicht zuletzt hat es auch trotz mancher Extrastunden viel Spaß gemacht.

Ein Stopp-Trickfilm ist ein aufwändiges Projekt und erfordert eine Menge Geduld, wenn man bedenkt, dass für ein Sekunde flüssige Bewegung mindestens zwölf Bilder fotografiert werden müssen. Warum also ein Trickfilm, wo doch als 1. Preis die Verfilmung mit professionellen Schauspielern ausgelobt war? Wie kann man das Böse darstellen? Sind dazu drastische Bilder nötig? Was ist glaubwürdig und hat eine dennoch die Deutlichkeit eines Werbespots?

Die Antwort ist unser Trickfilm. Während der Arbeit  gab es einige Veränderungen an der von uns entwickelten Handlung, z. B. sollten ursprünglich die Marschierenden alle in den Abgrund stürzen, wir entschieden uns dann letztlich für ein positives Ende. Obwohl dieses Medium recht leicht verniedlichend wirkt, haben wir, wie wir glauben,diese Klippe gut umschifft. Wir waren erstaunt, wie viel Handlung man in nur 60 Sekunden unterbringen kann und schließlich kam uns auch der Zufall zu Hilfe: Der Blitz entstand durch ungewollt veränderte Lichtverhältnisse, war aber an genau der richtigen Stelle!

Fazit: Es lohnt sich auf jeden Fall, genau hinzuschauen!