Da begibt man sich in fortgeschrittenem Alter noch einmal an die Uni, studiert, widmet sich den Künsten, um einst weiser und umsichtiger denn je die Geschicke des Staates lenken zu können- so hat sich das Prospero, der Herzog von Mailand, vorgestellt - und dann das: Der mit den Regierungsgeschäften betraute Bruder nutzt das sofort aus, macht gemeinsame Sache mit Neapel und setzt einen in ein klappriges Boot, das den Elementen hilflos ausgeliefert ist, und so strandet man auf irgendeiner Insel. Gut, dass sich dort ein leichtgläubiger Eingeborener, Caliban, befindet, der einem das Überleben sichert und die zuvor erlernte Kunst gerade dazu ausreicht, um den Luftgeist Ariel aus einem Fichtenstamm zu befreien. Das wären immerhin zwei Diener. Mit leidlich Wissen um die Magie, einem praktischen Zauberstab und letztendlich einem dienstbaren Geist, der im Hintergrund seine wirklich zauberhafte Hand über alle hält, lassen sich die Ureinwohner und zum Glück auch die aufmüpfige Tochter  besänftigen. „Bei Hofe in Mailand mit den ganzen Dienerinnen war es nämlich viel schöner. Wie kann man das denn nur verbocken!“ So schmort man einige Jahre auf diesem gottverlassenen Eiland, bis endlich die Entourage der Neapolitaner zufällig vorbeisegelt. Einen Sturm zu entfesseln, ist ein Kinderspiel und den auf der Insel umherirrenden Schiffbrüchigen kann man endlich zeigen, was eine Harke ist. Dass in diesem Chaos auch der Eingeborene, Caliban, seine Chance wittert, zahlt selbst der ungeschickteste Magier aus der Portokasse.

Zunächst scheint Prospero einem ausgeklügelten Racheplan zu folgen, doch nach und nach überkommt ihn die Milde und er erkennt, dass er sich auch anders revanchieren kann, um den Status quo wiederherzustellen. Dabei spielt seine dominante Tochter, in die sich der Sohn des großen Rivalen verliebt, eine nicht unerhebliche Rolle.

Shakespeare nimmt mit seiner romantischen Komödie Abschied von der Bühne und verhandelt noch einmal zentrale Themen seines Schaffens: die Magie des Theaters, die Allmacht des Regisseurs, die Liebe und die Rache. Der Trunkenbold treibt genauso sein Unwesen wie der kecke Hofnarr. Und am Ende geht es doch tatsächlich gut aus.

Karten: 10,80 Euro                                         ermäßigt: 6,40 Euro (an der Abendkasse im Theater)

Im Vorverkauf über die Klassenlehrer oder Herrn Villa (10 Euro; 5 Euro (ermäßigt))

17. & 18. März 2020 um 19 Uhr im Theater Ravensburg Termin abgesagt und auf den Herbst verschoben!

Besetzung

Prospero (Herzog von Mailand)                                             Maximilian Gietl

Miranda (seine Tochter)                                                         Salome Zähringer

Alonso (König von Mailand)                                                   Elias Pfizenmaier

Ferdinand (sein Sohn)                                                           Levin Gelf

Caliban (ein Eingeborener der Insel)                                     Maximilian Hund

Trinculo (ein Hofnarr vom Hofe Neapels)                               Elias Eichelmann

Stefana (Kellermeisterin)                                                        Rosalie Gietl

Ariel (ein Luftgeist)                                                                 Marlene Nonnenbroich

Alonsos Stimmen im Kopf                                                      Sophie Kurzmann & Mona Friedrich       


Regie: Alexa Becker & Oliver Villa